






Wohnüberbauung Bernstrasse
Worb
Machbarkeitsstudie: 2022
Planung: ab 2024
Ausführung: 2027 – 2029
Bauherrschaft: Läderach Weibel Immobilien AG, Thun
Das Dorf Worb, etwa zwanzig Tramminuten südöstlich von Bern, erlebt derzeit ein zunehmendes Wachstum, da sich mehrere Wohnprojekte in Entwicklung befinden. Das Projekt als Teil dieser Dynamik sieht ein neues Wohnquartier am westlichen Eingang des Dorfes vor. Die Parzellen liegen zwischen Bernstrasse und Umfahrungsstrasse sowie östlich des Tramgleises der Linie 6. Derzeit befinden sich dort zwei Industriegebäude aus den 70er und 80er Jahren, die Ende 2023 ihren Betrieb eingestellt haben.
Nahe der südlichen Parzellengrenze verläuft entlang der neuen Dorfumfahrung ein Bach, die Worble, welche eine Auseinandersetzung mit der Hochwasserthematik bedingt. Eine der Herausforderungen des Projekts ist es, die verschiedenen umgebenden baulichen Massstäbe und topografisch diversen Aussenräume aufzunehmen: die kleinteiligen Nachbargebäude an der Bernstrasse, das grossmassstäbliche Ensemble der Katholischen Kirche im Osten, den nach Süden bis zur Umfahrungsstrasse abfallenden Naturraum der Worble und der leichte erhöhte Damm des Tramtrassés im Westen. Der Baumbestand entlang der Bernstrasse, auf der Parzelle sowie entlang der Worble wird grösstenteils erhalten; die geschützten Bäume werden in die Umgebungsgestaltung integriert. Ergänzt mit neuen Bäumen leistet die Vegetation einen wesentlichen Beitrag zur Aufenthalts- und Lebensqualität. Der Gewässerraum der Worble wird renaturiert und zukünftig mit Ruderalflächen umgeben.
Auf dem Areal sind zwei um 90° zueinander verdrehte Baukörper, mit einem Gebäude Ost parallel zur Worble und einem Gebäude West parallel zum Tramtrassé vorgesehen. Über das Untergeschoss mit einer Einstellhalle mit 62 Parkplätzen sind die beiden Bauten unterirdisch verbunden. Mit der Kopfbildung des Gebäudes West wird der Rhythmus der Bauten entlang der Bernstrasse aufgenommen und verjüngt den Zugang zum Areal, um sich dann zum Dorf und zur Landschaft hin zu öffnen.
Die hochwertigen Wohnungen zeichnen sich durch eine Typologie des „Durchwohnens“ – offene Verbindung zwischen Wohn- und Essbereich mit gegenüberliegendem Fassaden- bzw. Loggien Anschluss – und wo möglich Mehrfachorientierungen der Wohnbereiche beziehungsweise Aussenräume (Loggien) aus. Im Hochparterre liegen diese ca. 50cm über dem angrenzendem Grünraum, um eine Privatsphäre zu privilegieren. Die Loggien nehmen jeweils die leichte Geometrie-Auffächerung der Fassaden auf.
Das Volumen wird durch seine spezifische Gebäudeform strukturiert und gegliedert. Mit vorfabrizierten Betonstützen und sichtbaren Deckenstirnen wird die Fassade rhythmisiert. Geschosshohe Fenster lassen die Landschaft in den Innenraum fliessen. Die mineralische Verkleidung der hinterlüfteten Fassadenkonstruktion aus fein gewellten farbig lasierten Faserzement-Platten vermittelt einen weichen, fast textilen Eindruck.