




Wohnüberbauung Staviapark
Umbau eines historischen Gebäudes
Estavayer-le-Lac
Atelierverfahren: 2022-2023
Planung: ab 2024
Ausführung: 2028 – 2030
Bauherrschaft: Cydonia SA, Grand-Lancy
Das Projekt ist Teil einer umfassenden Neugestaltung des Bahnhofsplateaus von Estavayer-le-Lac. Das Quartier bildet den Übergang zwischen der mittelalterlichen Altstadt und einem jüngeren Stadtgefüge, das durch Elemente aus dem frühen 20. Jahrhundert gekennzeichnet ist: das Bahnareal mit dem Bahnhof sowie landwirtschaftlich geprägte Flächen mit den ursprünglichen Mühlen und den später errichteten Silos. Heute befindet sich dieser Stadtteil im Wandel, begleitet von zahlreichen umliegenden Projekten wie dem Quartier „Plateau-Gare“, dem Quartier „Gare Casino“, den neuen SBB-Perrons oder auch dem Projekt für das Bahnhofsrestaurant. Diese neuen Projekte prägen die sich verändernde Identität des Bahnhofsviertels von Estavayer-le-Lac und werden dem Viertel in Zukunft eine neue Vision und Dynamik verleihen.
Das symbolträchtige Gebäude «Stavia» stammt aus dem Jahr 1906 und zeugt von einer Zeit, in der sich Estavayer-le-Lac als Bade- und Touristenstadt verstand. Das Stavia diente früher als Hotel und später als Institut. Seit 2002 steht es leer und sein Park bleibt sich selbst überlassen. Seine Präsenz und Lage verleihen ihm jedoch eine grosse Bedeutung als «Begrüssung» bei der Ankunft in der Stadt. Es ist daher unerlässlich, die Rolle des Stavia als denkmalgeschütztes Gebäude zu stärken und seine Einbindung in den Weg zwischen Bahnhof und Altstadt zu prüfen.
Mit dem Bau eines neuen Gebäudes im Park soll eine Art „Dialog“ mit dem Stavia entstehen und gleichzeitig eine gewisse „Aura“ rund um das historische Gebäude bewahrt werden. Der neue, leicht zurückgesetzte Bau fügt sich harmonisch in das Plateau des Bahnhofs ein. Diese Anordnung verleiht ihm eine öffentliche Präsenz und bewahrt zugleich die Ausstrahlung des Stavia. Eine breite öffentliche Treppe verbindet das Plateau mit der Terrasse des Stavia und dessen Park und sorgt so für einen fließenden und harmonischen Übergang. Diese Gestaltung gewährleistet die Durchlässigkeit des Areals, unterstreicht den Dialog zwischen den beiden Gebäuden und wertet den Park auf. Die Lage des Gebäudes auf dem Areal ist sorgfältig an den vorhandenen Baumbestand abgestimmt.
Ursprünglich als Hotel konzipiert und später in ein Institut umgewandelt, beherbergt das Stavia nun Wohnungen. Bei dieser Umnutzung wurden die wesentlichen Elemente der Struktur beibehalten: Eingangshalle, Speisesaal, Vielfalt der Zimmer. Im unteren Erdgeschoss wurde ein zum Park hin offenes Restaurant/Café eingerichtet. Der neue Bau dient in erster Linie Wohnzwecken und wird durch Gewerbe- oder Verwaltungsflächen ergänzt, die an den Bahnhofsbereich angebunden sind. Eine Kolonnade unterstreicht seinen öffentlichen Charakter. Der Baukörper des neuen Gebäudes wird durch subtile Knicke und ein Spiel aus aufeinanderfolgenden Rücksprüngen geprägt, die eine facettenreiche Silhouette erzeugen. Die Formgebung ist so konzipiert, dass sie mit dem Stavia-Gebäude in Dialog tritt, ohne mit ihm zu konkurrieren.
Der Park wird zu einem Begegnungsort umgestaltet, durch den eine Fussgängerachse verläuft, die den Bahnhof mit der Altstadt verbindet. Die Gestaltung vermeidet jede übermässige Privatisierung, um einen grosszügigen und halböffentlichen Charakter zu gewährleisten. Durch seine Revitalisierung wandelt sich ein ehemals vernachlässigter Raum in einen einladenden und belebten Ort für die Bewohner und Besucher von Estavayer-le-Lac.